Zuag’sperrt

75 Laaberhof 1

Wir haben letztens etwas vergessen. Da schrieben wir doch vor etwas mehr als einer Woche, dass der Laaberhof in Laab im Walde sein Schild „Geschlossen von 1. 1. bis 31. 12.“ hoffentlich scherzhaft gemeint hat … aber weit gefehlt: Das traditionsreiche Lokal hat wirklich zugesperrt, wie ein Blick auf seine Homepage verrät. Schad’ drum. Wir kamen bei zwei der Routen (Nr. 12: „Die Mauer für ,arme Schlucker‘ “ und Nr. 15: „Am Stadtrand von Wien“) aus unserem Buch „Wandern im Wienerwald“ am Laaberhof vorbei, mussten im Lauf der Jahre und Jahrzehnte miterleben, wie der grüne, schattige Gastgarten des Lokals unverständlicherweise zubetoniert wurde …

76 Laaberhof 2

… und wie sich alles immer seltsamer entwickelte, bevor man den Gasthausbetrieb überhaupt einstellte und nur mehr die Pension weiterführte. Dann waren plötzlich neue Betreiber da, die den Laaberhof wieder in ein gepflegtes Landgasthaus verwandelten, das uns gut besucht vorkam. Und jetzt ist er weg. Ein Jammer. Wir werden vor allem den guten Zwiebelrostbraten vermissen.

Überhaupt: Als Wanderbuchautor hat man so seine Probleme mit der Gastronomie, ob es sich nun um die traditionellen Ausflugslokale oder die Gaststätten in Wienerwaldgemeinden handelt. Man kommt bei der einen Wanderung an einer solchen Labestelle vorbei, zum Beispiel am Gasthaus Seewiese an der Liechtenstein-Höhenstraße, das man beispielsweise im Zuge der Wanderung Nr. 17 („In den Föhrenbergen“) erreicht. Man kehrt vielleicht auf ein Getränk ein, notiert sich Öffnungszeiten und Ruhetage, geht wieder weiter. Drin im Lokal müssen die Wirten und Kellner das Notieren beobachtet haben. Dann flüstern sie einander zu: „Die Wanderbuchschreiber waren da. Schnell, wir müssen den Ruhetag ändern. Oder gleich zusperren.“
Und wenn man dann drei Wochen später bei Wanderung Nr. 18 („Ein teuflischer Felsen“) wieder zur Seewiese hinaufgeht, diesmal aber von Kaltenleutgeben, hat das Gasthaus wirklich zu. Ohne Angabe von Gründen, ohne erklärendes Schild. Wie zufleiß. Bis heute hat es nicht mehr aufgesperrt – und mittlerweile schaut es auch so nicht mehr so aus, als würde das je wieder der Fall sein. Aber warten Sie ab! Sobald eine dritte Auflage unseres erwähnten Wanderbuchs erschienen sein wird, kommt sicher bald die überraschende Neueröffnung …
Sie erfahren dann hier im Blog davon.

87 Seewiese Ruhetage 3

Wie uns zugetragen wurde, hat nun auch das Gasthaus Sophienalpe (Wanderung Nr. 3: „Mit der Straßenbahn in die Natur“) zugesperrt, das in den letzten paar Jahren ohnehin immer seltsamer wurde – und sich seit der Übernahme durch neue Pächter als „Szenehütt’n“ (wie man in Wien sagt) und Party-Location (wie man in Deppenland sagt) verstand. Fort mit Schaden …

38 Sophienalpe 3

Jedenfalls geht es uns – und damit allen passionierten Wienerwald-Wanderern dauernd so. Man denke nur an die Stockerhütte, die frisch und schön renoviert wegen eines bäuerlichen Prozesshansls zusperren musste (wir haben berichtet).

26 Eingang Stockerhütte

Die neueste Hiobsbotschaft erhielten wir, als wir die Website des Gasthauses Wöglerin (Route Nr. 19: „Durch stille Wälder“ in unserem Wanderbuch) aufriefen. „Wir haben geschlossen“, heißt es da. Und weiter: „Aufgrund von Personalmangel waren wir leider gezwungen, den Betrieb bis auf Weiteres einzustellen. Wir bedanken uns bei all unseren Gästen und wünschen alles Gute.“ Hoffentlich heißt „bis auf Weiteres“ in diesem Fall was Gutes – ausnahmsweise. Man sollte halt regelmäßig bei der Wöglerin nachschauen …

52 Gasthaus und Gastgarten Woeglerin 4

Und auch auf dieser Website sollten Sie regelmäßig vorbeischauen, weil wir hier sämtliche Änderungen, die uns bei unseren Wienerwaldwanderungen auffallen, sofort veröffentlichen – bevor noch eine neue Auflage unseres Buchs erscheinen kann.

Da zu befürchten steht, dass wegen der Irrsinnsmaßnahmen und Trottelverordnungen, die im Zuge der sogenannten Corona-Krise von der Reichskanzlei erlassen wurden und noch immer werden, die Gastronomie in Wandergebieten weiterhin leiden wird, ersuchen wir auch Sie – liebe Leserin und lieber Leser – noch einmal, uns Ihre Beobachtungen mitzuteilen: Wenn Sie beim Wandern feststellen, dass irgendwas im Buch „Wandern im Wienerwald“ nicht mehr stimmt, gehen Sie doch bitte auf unsere Kontaktseite und schreiben Sie uns.

Dafür bedanken wir uns schon jetzt ganz herzlich.  (ph)

 


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