Brennwert

Der Wienerwald bietet fast das ganze Jahr über diverse Blätter, Blüten, Kräuter, Pilze und Nüsse, mit denen sich unser Mittagstisch aromatisch ergänzen lässt. Was man aus dem wunderbaren Bärlauch oder auch dem Löwenzahn alles machen kann, darüber haben wir hier schon berichtet. Heute widmen wir uns der Brennessel.

Viele von uns denken dabei vermutlich sofort an das unangenehme Brennen und Kribbeln, das beim Kontakt dieser Pflanze mit bloßer Haut entsteht; manchen fallen auch Themen wie Blasenentzündung  oder Jauche ein – und all das weckt nicht auf Anhieb positive Assoziationen. Aber Brennesseln können viel mehr!

Als wir vor kurzem durch das Kahlengebirge wanderten (siehe dazu unseren Bericht „Schlüsselerlebnis“), konnten wir beobachten, wie andere Waldbesucher am Wegesrand Brennesseln sammelten. Seither ging der Autorin dieser Zeilen der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: „Was kann man alles aus Brennesseln machen?“ Da fallen einem Brennesselspinat, Brennesselsuppe und auch Pesto ein, aber der zündende Funke sprang bei unserer Einkehr im Häuserl am Stoan (an dem man im Zuge der Wanderung 2 in unserem Buch „Wandern im Wienerwald“ vorbeikommt) über. Dort standen nämlich „Geröstete Brennesselknödel mit Ei“ auf der Karte – und die schmeckten ganz wunderbar!

Zu Hause wurden dann gleich diverse Kochbücher konsultiert und das Internet nach potentiellen Rezepten durchsucht. Ein paar Adaptionen später entstand das folgende Gericht.

Brennesselknödel in Mandelpanier, mit brauner Butter und Parmesan

Zutaten:

  • 100 g Brennesseln (möglichst weit weg von Straßen, Hunden und Menschen pflücken – und nur die jungen, hellen Blätter bzw. Triebe)
  • 300 g Semmelwürfel
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch
  • 1 Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe, fein geschnitten
  • 1 EL glattes Mehl
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer nach Belieben
  • Muskatnuss (eine Prise)

Zum Garnieren:

  • 2 EL frisch geriebenen Parmesan oder würzigen Bergkäse
  • Feta zum Darüberbröseln
  • 100 g Mandelsplitter oder andere Nüsse
  • 150 g Butter oder natives Olivenöl

Zunächst gibt man die Semmelwürfel mit etwas Salz in eine große Schüssel, fügt die Milch hinzu und vermengt das Ganze ordentlich. Dann nimmt man die gepflückten Brennesseln und wäscht sie gründlich mit kaltem Wasser ab. Während die Blätter abtropfen und die Knödelmasse zieht, zerlässt man etwas Butter in einer Pfanne und schwitzt darin den fein geschnittenen Zwiebel und Knoblauch an. Anschließend gibt man die Brennesselblätter dazu und wartet, bis sie komplett zusammengefallen sind. Die blanchierten Blätter kommen nun zusammen mit den zwei Eiern, Parmesan, Pfeffer und Muskatnuss in ein hohes Gefäß, wo sie mit einem Pürierstab zu einem Mus verarbeitet werden. Dieses Mus wird jetzt unter die Knödelmasse gemischt, danach lässt man es 30 Minuten ruhen.
In der Zwischenzeit Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, kleine Knödel formen und diese zehn Minuten köcheln lassen. Anschließend die restliche Butter zerlassen, die zuvor angerösteten Mandelsplitter dazugeben und die fertigen Knödel darin schwenken. Mit zerbröseltem Schafskäse und Parmesan garnieren – fertig. Wir wünschen guten Appetit!

Dazu passt ein grüner Salat, den man ganz wunderbar mit Brunnenkresse, Sauerampfer oder Spitzwegerich abrunden kann – alles zu finden im herrlichen Wienerwald.  (kat)

 

Tip:

Für jene, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, werden im Wienerwald immer wieder Kräuterwanderungen angeboten!

Zum Beispiel am:

30. Mai 2019: „Botanische Kostbarkeiten“

1. Juni 2019: „Kräuterwanderung“

2. Juni 2019: „Kräuterwanderung im Sommer“

2. Juni 2019: „Kräuterwanderung“

8. Juni 2019: „Kräuterwanderung“

 

 

 


Ein Gedanke zu “Brennwert

  1. Danke für dein Rezept! Die Knödl schauen so gut aus, dass ich sie sogar jetzt in aller Herrgotts Früh futtern könnte 🙂
    Eine meiner Großtanten hat immer Brennesselshampoo gemacht, sie hat darauf geschworen 🙂
    Alles Liebe Babsy

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