Es grünt so grün …

Und plötzlich ist er da, der lang ersehnte Frühling. Manch einer hat ja die Hoffnung schon fast aufgegeben. Die Temperaturen sind milder, neben dem innerstädtischen Baustellenlärm setzt sich immer mehr frühmorgentliches Vogelgezwitscher durch, und es ist auch um 19 Uhr noch verwirrend hell. Also nichts wie raus ins Grüne, um sich an knospenden Bäumen, den ersten bunten Blümchen und Unmengen Bärlauch zu erfreuen!

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Schon bei unserer Wanderung von Rodaun nach Hütteldorf  vor drei Wochen stieg uns der feine knofelige Geruch in die Nase. Vielerorts bohrten sich bereits die ersten Blattspitzen trotz frostiger Temperaturen durchs Laub. Das Wasser lief uns im Mund zusammen, denn mit Bärlauch lassen sich ganz wunderbare kulinarische Köstlichkeiten zubereiten.

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Auf unserer letzten Wanderung entlang der Mauer für „arme Schlucker“ (Wanderung 12 im Buch) waren wir dann besser vorbereitet – mit Sackerl und Feitel  – und schritten während einer kurzen Pause zur Tat. Lang suchen muss man ja zum Glück nicht. Im Gegensatz zu Eierschwammerln findet man Allium ursinum, wie er auf Lateinisch heißt, praktisch überall und im Übermaß. Das schmackhafte Grün, das zur selben Familie wie Zwiebel, Schnittlauch und – der Geruch verrät es – Knoblauch gehört, ist nicht nur im Wienerwald zu finden, sondern auch in vielen städtischen Parks (etwa dem wunderschönen Pötzleinsdorfer Schlosspark), dem grünen Prater und – wem’s nicht graust – sogar am Wiener Zentralfriedhof (wobei dort sogar Honig aus eigenem „Anbau“ käuflich zu erwerben ist).

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Pötzleinsdorfer Schlosspark

Beim Ernten gilt es ein paar grundlegende Dinge zu beachten, um Bärlauch nicht mit den giftigen Doppelgängern Maiglöckchen oder Herbstzeitlose zu verwechseln. Hat man sich einmal informiert, sind die letzten Zweifel aber schnell beseitigt.

In der Küche lässt sich Bärlauch vielseitig einsetzen –  von der simplen Bärlauchbutter über Bärlauchsuppe bis hin zu exquisiteren Rezepten wie Bärlauch-Quinoa-Salat, wie ihn eine liebe Freundin gerne zubereitet.

Da Bärlauch durch Hitzeeinwirkung viel von seinem typischen Geschmack einbüßt, wird er am besten roh verarbeitet.

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Wir haben uns nach der Wanderung für ein Bärlauch-Pesto entschieden. Das geht schnell und schmeckt sowohl mit Gnocchi, klassischen Nockerln als auch Nudeln ganz hervorragend. Hinzu kommt, dass die benötigten Zutaten – Nüsse, Parmesan, Olivenöl – in den meisten Haushalten vorhanden sind.

Für das Bärlauch-Pesto Nüsse ohne Fett in einer Pfanne kurz anrösten, anschließend mit gutem Olivenöl und dem gewaschenen und sortierten Bärlauch in einem Mixer oder mit dem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die ausgewählte Trägersubstanz – in unserem Fall Erdäpfel-Gnocchi – gießen. Eine Prise Parmesan drüberreiben … voilà!

Fertig ist das wunderbar einfache, jedoch überaus schmackhafte Frühlingsgericht. Mahlzeit!  (kat)

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