Sie sind unter uns!

Die Wahrheit ist – wie wir Wanderer und Verschwörungstheoretiker wissen – irgendwo da draußen. Zum Beispiel im Wienerwald, ziemlich am Rand des Tullnerfelds. Dort beginnt nicht nur die Wanderung mit der Numero 7 in unserem Buch, sondern auch ein Streifzug auf den Spuren der Außerirdischen.

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Den ersten Hinweis erhalten wir bereits am Vorplatz der Pfarrkirche von Königstetten, wo (bezeichnenderweise) einer der sogenannten Planetenwege beginnt, die den Wandersmann und auch die -frau allerorten darauf hinweisen, daß es mehr zwischen Himmel und Erde gibt etc. pp. Zum Beispiel diesen seltsamen Heiligen, der eindeutig ein Roboter vom Schlage eines C3PO ist und sein gebogenes Lichtschwert in Händen hält. Nennen wir ihn JC0P und gehen wir weiter.

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So schaut die Pfarrkirche dann von hinten aus. Man merkt gar nichts … vorausgesetzt, die parkenden Autos sind keine fliegenden Untertassen.

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Am Wanderweg Richtung „Tulbinger Kogel“ können wir bald eine wunderschöne Aussicht auf Königstetten und das Tullnerfeld genießen. Die weiten leeren Flächen sind wahrscheinlich seit Jahrzehnten ein Landeplatz für UFOs – was Regierungen ebenso wie Konkurrenz-Wanderführer hartnäckig vor Ihnen geheimgehalten haben. Aber wir sagen und zeigen, was wirklich los ist.

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Ein täuschendes Naturidyll auf dem Weg zum nächsten Hinweis …

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… der sich in Form eines seltsamen Monuments, gewidmet He who must not be named, am Wegesrand auftut. Davor der Saturn, eines der wenigen Himmelsobjekte am Wegesrand, das noch nicht von Kindern, Souvenirjägern oder Greys tückisch entfernt wurde.

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Hier kann sich keiner verirren, weder Irdischer noch Außerirdischer. Eventuell der Unterirdische, weil der dieses schöne Schild nicht sieht. Aber Achtung: Wo in unserem Wanderbuch noch steht, dass vor Auftauchen der Wandertafel bereits ein „turmartiger Betonbau“ am Bergesgipfel zu sehen ist, haben der frühe Sommer, die starke Belaubung und eine geheimnisvolle Alien-Tarnvorrichtung dafür gesorgt, dass besagter Bau erst ein paar Meter danach sichtbar wird. UND ZWAR SO:

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Sie sind gelandet! Sie verstecken sich hinter pseudo-brutalistischer Architektur und dem Namen „Leopold Figl Warte“ (siehe oben – und bitte vergessen Sie nicht: Wir haben günstig Bindestriche anzubieten), aber in Wahrheit lauern sie seit 1967 und mit Einverständnis der Behörden da oben auf dem Berg, mit ihrem intergalaktischen Beiwagerl inklusive Laserkanone und Überlicht-Sendeanlage.

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Beruhigen kann uns aber, dass selbst außerirdische Hochtechnologie nicht vor dem Zahn der Zeit gefeit ist: Das seltsame Technikmonument scheint schon an allen Ecken und Enden abzubröckeln. Und wenn man es todesmutig ersteigt, spürt man schon bei mittelstarkem Wind, dass es schwankt, als wolle es sich demnächst wieder gen Himmel erheben.

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Beunruhigen muss uns wiederum, dass der Spruch „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ auch heute noch zutrifft – nur sind die Hofnarren der Gegenwart eben andere. Aber ihr sinnentleerter Missgestaltungswille taucht überall im Wienerwald auf; wie man sieht, nicht nur in Form von „Karin & Fritzi Herz Herz“ oder  „Werner war schon wieder ohne Anita hier, 2015“, sondern auch so. Aber deppert in jedem Fall.

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Da gefällt uns dieses Schild – weit nach dem Tulbinger Kogel, fast schon am Ende unserer Wanderung (die Sie, wie gesagt, in unserem Buch „Wandern im Wienerwald“ genau nachlesen und -gehen können), viel besser. Am Heimcomputer gebastelt, handgezeichnet und vom Regen zerstört zwar, aber das ist wurscht: Apfeldiebstahl gehört sich nicht. Ob jetzt Apfelbäume in der Nähe sind oder nicht …

Zu Ende ist unsere Route übrigens in Mauerbach, nahe der dortigen Kartause. Aber das ist (und wird) eine andere Geschichte.  (ph)


3 Gedanken zu “Sie sind unter uns!

  1. Guter Herr Hiess! Die köstliche Darlegung Ihrer intuitiv gewonnenen „Flurerkenntnisse“, bezüglich der, von Ihnen vermuteten Aktivitäten Außerirdischer im Tullnerfeld, so amüsant sie auch sind, treffen dennoch nicht ganz das, was die Menschheit landläufig unter Wahrheit zu verstehen meint. Was Sie, als intergalaktisches Beiwagerl inklusive Laserkanone und Überlicht Sendeanlage getarnte Aussichtswarte, bezeichnen, ist zwar ein hervorragender Tiefenbohrer, der selbst an härtestem Gestein nicht zerbricht, aber schlußendlich, bei aller Qualität, doch nur ein Bohrer. Sonst nichts. Ein kosmischer Kurier brachte uns eines Tages ein paar Flaschen von einem, auf der Erde vorkommenden, dunkelbraunen Öl, das seltsamerweise, sobald es mit anderen Stoffen in Berührung kommt, grüne Spuren hinterlässt. Dem nicht genug, soll ihm auch noch große Heilkraft inne wohnen. Es schmeckte uns vorzüglich, und unsere Haut nahm dadurch, die unter uns seither so begehrte grüne Färbung an. Diese schadet unserem Organismus in keinster Weise, ist aber mitunter dennoch lästig, weil wir Konsumenten dauernd von Anderen, die auch „grün“ werden möchten, danach gefragt werden. Unser Kurier erwarb es von einem Fliegenden Ölhändler, der ihn in einem Restaurant, irgendwo am Ende des Universums, ansprach. Der Händler erwähnte, daß er, dort, wo er es gekauft hatte, einen kleinen Markierungsplaneten hinterlassen hätte. Dieser sei leicht zu finden, weil er sich unmittelbar vor einem Steinhaufen befände, den Sie, charmanter Weise, in Ihrem Bericht als Monument bezeichnen. Weil wir, als wir die Markierung nach elendslangem Suchen endlich doch gefunden hatten, dort auf keinerlei „Kernöl“, so nannte es der Händler, stießen, ließen wir den Bohrer vorläufig stecken, um die Gegend gegebenenfalls in Zukunft leichter zu finden. Soviel dazu. Der Große Rat ist in höchstem Maße, an der von Ihnen vermuteten Überlicht Sendeanlage, interessiert. Was, um des Allsehenden Auges Willen, soll denn das bitte sein?
    Der Geselle, den Sie nebst der Kirche zu St. Jakob, in geschrumpfter Form, auf einer Muschel stehend, angetroffen haben und „JCOP“ nennen, war einst unser Navigator Zephirpeo, der leider einem cholerischen Anfall unseres Flügelkommandanten zum Opfer fiel, als sich unsere Bohrung, die immerhin bis zum Mittelpunkt, also zum Kern der Erde, führte, als völlig sinnlos herausstellte. Der Zephirpeo war tatsächlich der kleinere Bruder des Ihnen bekannten C3PO.
    Damit, daß Sie Ihre Regierung, was das sprichwörtlich Eingemachte betrifft, dauernd mit Tee anschüttet, um in Ihrem örtlichen Jargon zu bleiben, liegen Sie aber völlig richtig. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen und Ihrer Lebensfreude berauben, sondern bewandern Sie weiterhin demütig Ihren einzigartigen, wunderbaren Heimatplaneten solange Sie noch können und soweit Ihre Füße Sie tragen.
    In diesem Sinne, mit bestem, intergalaktischem Gruße, Starlord Sperling, Kommandant des Aufklärers SS Con Dor

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