Auf kühlen Wegen

Bis vor etwas mehr als einem Jahr war die Frage, wo man sich denn im Wienerwald am gescheitesten abkühlen könne, leicht zu beantworten. „Seegrotte Hinterbrühl“ brauchte man da nur zu sagen. „Am besten, Sie machen gleich ein paar Führungen hintereinander …“ Da die Seegrotte mittlerweile aber leider aufgrund von „Sicherheitsmängeln“ geschlossen wurde und wegen „Wartungsarbeiten“ immer noch zu ist (mit solchen Begriffen hält man sich seltsam bedeckt – und der Homepage ist sowieso nichts Konkretes zu entnehmen), müssen Wanderer auf eine Abwechslung bei 9° C verzichten.

Zum Glück hat der Wienerwald noch ein paar andere Trümpfe im Ärmel. Wir stellen Ihnen drei kühle Wege abseits der Großstadthitze vor.

7. In der Hagenbachklamm 4.JPG

Kühler Weg 1: Von Bach zu Bach

Die Wanderung 6 in unserem Buch Wandern im Wienerwald führt Schattensuchende in die Hagenbachklamm, einen idyllischen Weg im Tal des Hagenbachs, dessen Einstieg schon vielversprechend aussieht.

2. Einstieg Hagenbachklamm 2

In der Klamm selbst geht man dann auf gut gesicherten Holzstegen am Wasser entlang (nicht schwindelfreie Wanderer müssen hier nichts fürchten) und erfreut sich am beschatteten Weg, dem man hier etwa eine Dreiviertelstunde folgen darf.

9. In der Hagenbachklamm 5.JPG

Am Ende der Klamm kommt man dann zur Greifvogel-Zuchtstation, deren Besichtigung sich unbedingt lohnt. Die Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der zuständigen Website. Gegen Ende dieser Wanderung – deren genauer Verlauf im Buch beschrieben ist – geht man dann wieder an einem Bach entlang; diesmal ist es der Steinbach, der zum Endpunkt der Route in Mauerbach führt. Der Weg dort ist mindestens so angenehm, wie er auf dem folgenden Photo ausschaut.

41 Weg nach Mauerbach hinterm Bach 3

 

Kühler Weg 2: Das „Wegerl im Helenental“

Wen es von Wien aus eher in den Süden zieht, für den bietet sich ein Teil der Wanderung 23 aus dem Buch Wandern im Wienerwald an. Ausgangspunkt des erholsamen Spaziergangs ist der Promenadenweg in Baden. Nach dem Parkplatz überquert man auf einer Brücke die Schwechat und findet hier die Beschilderung „Wegerl im Helenental“, der man nach rechts folgt.

68 Wegerl im Helenental_Schwechat 2

Hier promeniert man bequem auf romantischen Wegerln entlang der Schwechat – meist im Schatten und immer nur einen Steinwurf vom erfrischenden Nass entfernt. Unterwegs passiert man dann die Antonsgrotte …

63 Antonsgrotte 1

… und kurz darauf den Beethovenstein. Schon der berühmte Komponist soll hier 1824/25 des öfteren geweilt haben – vermutlich ebenfalls auf der Flucht vor der Hitze.

65 Beethovenstein

Nach einem kurzen Anstieg erreicht man das traditionelle Ausflugslokal Augustinerhütte (Do., Fr., Sonn- und Feiertag geschlossen). Hier kann man den Tag erfrischt und erholt ausklingen lassen, bevor es wieder in die aufgeheizte Großstadt zurück geht.

 

Kühler Weg 3: In Mineralwasser baden

Der Rundwanderweg „Vom Kursalon zur Berghütte“ (Wanderung 24 im Buch Wandern im Wienerwald) beginnt und endet in Bad Vöslau.

IMG_1838.JPG

Hitzeresistente Wanderer können den wunderschönen, 17,5 km langen Weg durch die Föhrenwälder und Weinberge des Kalkstein-Wienerwaldes in Angriff nehmen und sich anschließend mit einem Besuch im Thermalbad Vöslau belohnen. (Im Bild noch die alte und viel schönere Seekuh …)

IMG_1887

Für einmalige Eindrücke (Jubiläumswarte, die Andachtsstätte „Zur Waldandacht“, Denkmäler und alte Villen) sowie genügend Einkehrmöglichkeiten wie die Vöslauer Hütte, wo man sich mit kühlen Getränken aller Art versorgen kann, ist im Zuge der Wanderroute jedenfalls gesorgt.

Vernünftige Menschen gehen jedoch gleich auf Sommerfrische ins Thermalbad und somit auf die Reise in eine andere Ära …

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©Thermalbad Vöslau

Schon die alten Römer wussten die heilenden Eigenschaften der Quelle zu schätzen; eröffnet wurde das Bad aber erst 1873. Seither hat sich rein äußerlich nicht viel daran verändert.

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©Thermalbad Vöslau

Man fühlt sich in die Zeit der Jahrhundertwende zurückversetzt – mit Kabanen, Schwedenduschen und allem, was dazugehört.

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©Thermalbad Vöslau

Und wer jetzt denkt „Thermalbad, bei der Hitze, die spinnen ja!“, der täuscht sich gewaltig.

Bad
©Thermalbad Vöslau

Im Grünen Becken – dem Herzstück der Anlage – sprudelt das Wasser nämlich direkt aus der Ursprungsquelle (einer der tiefsten Quellen Europas) und hat eine erfrischende Temperatur von 21° C. Man badet also in quellfrischem Mineralwasser, das gleich ums Eck in Flaschen abgefüllt wird und unter dem allseits bekannten Namen Vöslauer im Handel erhältlich ist.

Und nachher, beim Heurigen und einer Flasche Mineral zum Wein, freut man sich auf einen – hoffentlich kühleren – Wanderherbst.  (kat)


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