Birnbaum in Not

Es beginnt damit, dass in Gablitz auf einmal Kurzparkzone ist. Muss denn jede Wienerwaldgemeinde es den Wiener Bezirken nachmachen? Wird es bald auch auf dem Lande Parkpickerln geben?
Nein, mit solchen Fragen wollen wir uns nicht wirklich befassen … also parken wir uns auf einem erlaubten Platz ein und marschieren guter Dinge los, durch die Kirchengasse immer Richtung Troppberg. Im Wald ist es geradezu idyllisch, vor allem, wenn der steile Aufstieg (wie am Bild unten) noch vor einem liegt.

01 vor Anstieg auf Troppberg

Die letzten ca. 20 Minuten vor Erreichen der Warte gestalten sich allerdings wirklich schweißtreibend. Da hält man gern einmal kurz inne und genießt die Schönheit der Umgebung, bevor man sich weiter bergauf abmüht.

02 Talsohle vor Anstieg auf Troppberg

Umso mehr freut man sich dann aber, wenn man endlich den Gipfel des Troppbergs erreicht hat und vor den zwei Warten steht: der alten Gustav-Jäger-Warte (auch auf die kann man hinaufsteigen, wenn man sich für historische Gebäude interessiert) und der „neuen“ (auch schon wieder 27 Jahre her …) Troppbergwarte, die als einzige noch eine Aussicht über die Baumkronen hinweg bietet.

07 Blick zurück auf die Troppbergwarten

Wir sind logischerweise hinaufgestiegen, unermüdlich – und haben sogar die Stufen gezählt (und das Ergebnis sofort wieder vergessen). Die Aussicht hat uns für die Strapaz’ belohnt.

04 Blick von der Troppbergwarte 2

Wie es auf unserer Wanderung mit der Nr. 8 weitergeht, das können Sie auf den Seiten unseres Werks „Wandern im Wienerwald“ genau nachlesen. Eines sei nur gleich an dieser Stelle berichtigt: Im Buch steht noch, dass wir am Waldrand über einen Acker auf eine freistehende Fichte zugehen. Da aber nie etwas so bleiben kann, wie es ist, hat irgendein Unhold besagte Fichte in der Zwischenzeit gefällt. (Ganz zu schweigen von dem Bauernhof mit Ausflüglerversorgung, der sich vor Jahrzehnten noch an diesem schönen Ort befand und von dem heute nicht einmal mehr Mauerreste sichtbar sind …)
Jedenfalls: Auf der Wiese hinter dem kärglichen Fichtenstumpf sieht unsere charmante Begleitung einen alten Birnbaum, auf den sogar jemand einen grünen Pfeil gemalt hat, um dem ratlosen Wanderer die Richtung zu weisen. „Schreib doch den Baum rein statt der Fichte“, rät sie (die Charmante) dem Autor dieser Zeilen, worauf selbiger erwidert: „Aber du weißt, dass das ein Todesurteil für den Birnbaum ist, oder? Die schneiden doch alles um, was in einem Wanderbuch drinsteht …“

08 Wiese mit Birnbaum und Pfeil (statt Fichte)

Doch selbst dieser an Existentialismus grenzende Pessimismus hält uns nicht davon ab, forschen Schrittes und gleich wieder frohen Mutes weiterzugehen, den Laabach zu überqueren, danach die kurze Steigung zu bewältigen …

09 Aufstieg nach Überquerung des Laabachs

… und … ja, und … Wie gesagt: Genaueres über diese ausgesprochen schöne und interessante Strecke – mit einem sehenswerten Abstecher! – ist in unserem Wienerwald-Wanderführer nachzulesen. Nur eine Anmerkung noch: Wenn es in den Tagen vor Ihrem Ausflug stärker geregnet hat (oder Sie kurzbehost sind), dann beenden Sie die Wanderung doch lieber schon vor dem Restaurant Thalassa in Allhang und fahren Sie von dort mit dem Bus zurück. Sonst müssen Sie sich erst durch dornige Sträucher auf einem dichtbewachsenen Hang und später auf einem steilen, schmalen Pfad (der sich bei Regen garantiert zum Sturzbach wandelt) in einen düsteren Jungwald bewegen, wo es ausschaut wie im „Blair Witch Project“. Und dafür hat nicht jeder die Nerven – außer natürlich Ihren mutigen Wanderratgebern.  (ph)

26 Waldstück nach Allhang 1


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